Mutige Entscheidungen: wenn dich alle für verrückt halten
Sonntagabend, kurz vor neun. Du sitzt am Küchentisch und eigentlich ist die Entscheidung längst gefallen. Nur trauen tust du dich nicht. Weil du genau weißt, was alle sagen werden: „Bist du wahnsinnig?“
Kennst du das? Dieses Gefühl, wenn dein Bauch längst das eine sagt und dein ganzes Umfeld das andere ruft. Der sichere Job, die vernünftige Variante, das, was man halt so macht.
Also nimmst du das Vernünftige. Nicht, weil es sich richtig anfühlt, sondern weil es keiner infrage stellt. Und Jahr für Jahr baust du dir so ein Leben auf, das von außen top aussieht und sich innen einfach falsch anfühlt. Irgendwann sitzt du da und fragst dich, wie du eigentlich hierher gekommen bist.
Ich kenn dieses Gefühl ziemlich gut. Ich hab in meinem Leben drei Entscheidungen getroffen, bei denen mich wirklich alle für verrückt gehalten haben.
Und heute weiß ich: Genau diese drei waren die wichtigsten und besten Entscheidungen meines Lebens. Nicht trotzdem, sondern weil sie von außen überhaupt keinen Sinn ergeben haben.
Wie kann eine Entscheidung, die rational Quatsch ist, trotzdem die richtige sein? Lass mich dir die drei zeigen.
Drei Entscheidungen, bei denen mich alle für verrückt hielten
1. Ich hab Nein zum sicheren Traumjob gesagt
Jahrelang hab ich auf einen großen Autokonzern hingearbeitet. Das war mein Traum, meine ganzen Praktika im Studium hab ich dort gemacht, vom Prototypenbau bis zum Einkauf. Alle um mich rum haben gesagt: „Nimm die Promotion, das ist deine Lebensversicherung.“ Und dann kam der Moment, in dem ich gemerkt hab, dass in dieser Abteilung jeder gegen jeden arbeitet, sich alle profilieren und zählen, wer am längsten im Büro sitzt. Da war für mich klar: Auf so was hab ich keinen Bock. Der Preis war heftig. Ich hab den sichersten Weg aufgegeben, den ich hatte, gegen den Druck von wirklich allen, und dazu noch mein altes Lebensziel losgelassen. Im Nachhinein sag ich: Zum Glück, ich wär da untergegangen.
2. Ich hab losgelassen, obwohl von außen alles gepasst hat
Nach drei Jahren hab ich meine Beziehung beendet, kurz nachdem wir zusammen eine Wohnung hatten. Von außen war alles perfekt. Und wir waren trotzdem beide ehrlich zu uns und haben gesagt: „Wir sind gerade nicht glücklich.“ Das war brutal hart und für andere überhaupt nicht nachvollziehbar. Heute sagen wir, das war die beste Zeit unserer Beziehung, weil wir uns beide nochmal komplett gefunden haben. Und ja, aus dieser Frau ist meine heutige Frau geworden. Der Trade-off war echt: Du riskierst genau das, was du am meisten liebst, ohne jede Garantie, dass es gut ausgeht.
3. Ich hab einen Monat nach der Geburt gekündigt
Einen Monat nachdem ich Papa geworden bin, hab ich meinen Job gekündigt. Kein Einkommen, volle Verantwortung für die Familie, und ich hab mich so lost gefühlt wie noch nie. Von außen war das eine komplett hirnrissige Aktion, und die Blicke hab ich auch gespürt. Aber ich wusste, dass ich in dieser Position meinen eigentlichen Zielen keinen Schritt näher komme, und dann ist Bleiben eben die wirklich unvernünftige Entscheidung. Es hat ein, zwei Monate gedauert, bis ich wieder klar war, und für meine Frau war das genauso eine harte Zeit. Trotzdem hat es sich vom ersten Moment an richtig angefühlt.
Warum ich das immer wieder mache
Der Grund, warum ich Entscheidungen treffe, die rational keinen Sinn ergeben, liegt in einem Moment, den ich nie vergessen werde. Ich lag mal auf 2500 Metern am Boden, ein Gewitter über mir, eine offene Wunde am Knie, kein Empfang, und es wird dunkel. Und auf einmal seh ich mich von oben und sag zu mir: „Tim, es ist okay, wenn heute Schluss ist. Du hast jeden Tag dein Bestes gegeben.“ Das war der schönste und gleichzeitig heftigste Moment meines Lebens. Weil ich in genau der Sekunde, in der ich dachte, es ist vorbei, wirklich in Frieden war.
Seitdem weiß ich, wie schnell es vorbei sein kann. Und deswegen mach ich noch konsequenter das, worauf ich wirklich Bock hab. Denn am Ende zählt die Antwort auf eine einzige Frage: Kann ich sagen, dass ich jeden Tag mein Bestes gegeben und mich nicht verbogen hab? Genau das ist der eigentliche Gewinn, wenn du dir treu bleibst. Nicht das dickere Gehalt und nicht der nächste Titel, sondern dass du irgendwann zurückschaust und weißt, dass jede Entscheidung wirklich deine war.
Und genau das ist der Unterschied zwischen dem Menschen, der am Sonntagabend das Vernünftige nimmt, damit bloß keiner fragt, und dem, der sich traut und Jahre später sagen kann: Es war genau richtig. Der Unterschied ist keine Frage von Glück. Er ist eine Frage davon, ob du bei deinen Entscheidungen bei dir bleibst oder bei dem, was andere von dir erwarten.
Und das fängt nicht mit der großen Kündigung an. Es fängt an, wenn du dir einmal ehrlich aufschreibst, welche deiner bisherigen Entscheidungen wirklich deine waren und welche eigentlich dein Umfeld für dich getroffen hat.
Genau dabei will ich dir helfen. In meinem Podcast „Bleib dir treu“ nehm ich dich mit durch meine Learnings aus 33 Jahren Leben. Und weil Zuhören allein wenig verändert, gibt es zu jeder Folge eine Aufgabe. Die schreibst du dir handschriftlich ins „Bleib dir treu“ Arbeitsbuch. Dann bleibt es wirklich hängen und du kommst ins Handeln, statt nur zu nicken und weiterzuscrollen.
Hör rein. Hol dir das Arbeitsbuch. Und fang an, dir treu zu sein.
Hier findest du das Arbeitsbuch: https://5peaks.club/products/bleib-dir-treu-das-arbeitsbuch-zum-podcast
Bleib dir treu
Dein Tim

DIE AUFGABE ZU DIESEM ARTIKEL
Vom Lesen ins Schreiben.
Im Arbeitsbuch stehen 26 Aufgaben zu den 27 Folgen. Alle zwei Wochen rund 30 Minuten — 10–15 Minuten hören, 15 Minuten schreiben. Dieser Artikel bleibt Gedanke, bis du ihn aufschreibst.
ARBEITSBUCH SICHERN — €49,99
