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5Peaks
Wendepunkte20. Juni 2026 · 1 Min. Lesezeit

Die Nacht, in der ich einbeinig um mein Leben lief

Ein Bergrücken im Abendnebel

2022, auf 2.500 Metern. Mein Kumpel Mario und ich suchten im aufziehenden Gewitter einen Unterschlupf, als mir ein Fels ins Knie rutschte. Er durchtrennte fast meine komplette Quadrizepssehne. Zehn Zentimeter offene Wunde. Kein Handyempfang, Nebel, die Dunkelheit brach herein.

Es gab nur eine Option: weiterlaufen. Dreieinhalb Stunden bin ich einbeinig den Klettersteig hinaufgestiegen. Um 23 Uhr erreichten wir die Hütte. Am nächsten Morgen um halb sieben holte mich der Helikopter.

Wieder war ungewiss, ob ich je wieder schmerzfrei Sport machen würde. Zwei Jahre später bin ich einen Halbmarathon gelaufen und habe am Tegernsee einen Triathlon in 2 Stunden 43 finished.

In dieser Nacht habe ich begriffen, wozu Körper und Geist fähig sind, wenn sie wirklich zusammenarbeiten. Seitdem bewerte ich die kleinen Probleme des Alltags anders. Fast alles, worüber ich mich vorher aufgeregt habe, ist plötzlich sehr klein geworden.