Dein Kopf serviert dir den Worst Case. Glaub ihm nicht.
Wie mich jahrelange Existenzangst nach einem absurden Zwischenfall etwas über meinen eigenen Verstand gelehrt hat.

Ich habe mal aus Versehen den Flughafen München lahmgelegt. Eine alte Mörsergranate, die ich in den Alpen gefunden und im Rucksack vergessen hatte. Ein Polizist sagte mir, es könnten fünfstellige Kosten auf mich zukommen.
Danach hatte ich jahrelang Angst, den Briefkasten zu öffnen. Jeder Brief konnte die Rechnung sein, die mich ruiniert. Am Ende waren es 1.400 Euro.
Zwischen der Angst und der Wirklichkeit lag eine Zahl mit einer Null zu viel, die nur in meinem Kopf existierte.
Das ist kein Einzelfall, das ist ein Muster. Unser Gehirn ist darauf trainiert, uns vor Gefahren zu warnen, also serviert es uns bevorzugt den Worst Case. Beim Geld, bei Entscheidungen, bei der Zukunft. Es tut das nicht, um dich zu quälen, sondern um dich zu schützen. Nur schützt es dich vor Dingen, die fast nie eintreten.
Das heißt nicht, blauäugig zu sein. Es heißt, deinem Kopf nicht jedes Katastrophenbild zu glauben, nur weil er es dir so überzeugend malt. Frag dich stattdessen: Was ist das realistische Szenario? Und was ist der nächste konkrete Schritt? Meistens ist die Wahrheit viel kleiner als die Angst.
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